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Die „Teestube“ lädt ein

Auch in diesem Jahr öffnet der Freizeitreff „Teestube“ zweimal pro Woche seine Türen für alle Menschen mit Behinderung aus der Region. Die „Teestube“ ist ein Angebot des Vereins zur Förderung und Betreuung behinderter Kinder Oberbergischer Kreis und besteht bereits seit rund 30 Jahren. Ziel ist es, Menschen mit Beeinträchtigung ein lockeres Zusammenkommen jenseits von Wohnhaus oder Werkstatt zu ermöglichen. Betreut werden die Besucher dabei von einem vierköpfigen Fachteam.

In der „Teestube“ ist immer etwas los: Es wird gemeinsam gekocht, gebastelt, gekegelt, gegickert, Musik gehört, Filmabende veranstaltet und natürlich ganz viel miteinander geredet. „Wir Mitarbeiter sind Betreuer, Mitspieler und Zuhörer in einem“, erklärt Heilerziehungspfleger Julian Sievers, dass es in der Teestube um ein buntes Miteinander geht, aber auf Wunsch auch Raum für persönliche Gespräche geschaffen wird. Auch zu Abend gegessen wird in der Teestube gemeinsam, die Besucher werden in die Vorbereitung der Mahlzeiten auf Wunsch mit einbezogen. Und natürlich wird auch zusammen gefeiert. Dazu bieten das jährliche Sommer- und Weihnachtsfest Gelegenheit.

In der Teestube ist jeder willkommen! Sie hat dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr im Begegnungszentrum Gähnfeld (Im Gähnfeld, Wiehl-Oberbantenberg) geöffnet. Mitarbeiter und Besucher der Teestube freuen sich immer über neue Gesichter!

Bewegt älter werden

 Bewegt älter werden - DER FILM
Wie können wir mit unterschiedlichen Bewegungseinschränkungen tanzen und trotz zunehmenden Alters weiterhin beweglich bleiben?
 Das konnten Bewohner/-innen im Haus am Konradsberg als Teilnehmer/innen des Tanzprojekts "Bewegt älter werden" unter Leitung der Tanzpädagogin Hiltrud Grübling am eigenen Körper erfahren. Der Film zeigt Ausschnitte einer Tanzstunde. 

Musik ohne Grenzen: HBW-Bewohner werden zu Harfen-Spielern

Sobald sich aus den ersten Tönen eine Melodie erkennen lässt, stimmen alle mit ein. „Kein schöner Land“ oder „Winter ade“ schallt dann durch die Tagbetreuung im „Haus Am Konradsberg“ der HBW Haus für Menschen mit Behinderung GmbH. Hier leben 36 Menschen mit einer geistigen Behinderung. Viele von ihnen haben bereits das Rentenalter erreicht und besuchen tagsüber die hauseigene Rentnerbetreuung. Hier spielt Musik eine riesige Rolle: es wird gesungen, Musik gehört oder Schlager-Memory gespielt. Und auch wenn die jüngeren Bewohner am Nachmittag von ihrer Arbeit kommen, geht es im Haus Wohnhaus „Am Konradsberg“ weiter musikalisch zu, zum Beispiel, wenn sich der hauseigene Chor zur Probe trifft.

Als Jens Kämper, Geschäftsführer der HBW GmbH, das erste Mal eine Veeh-Harfe sah, dachte er darum sofort an die Bewohner des „Hauses Am Konradsberg“. Das Besondere an diesem Instrument ist, dass es von jedem gespielt werden kann – ohne Notenkenntnisse und jahrelangen Musikunterricht. Die Veeh-Harfe entwickelte der Landwirt Hermann Veeh Ende der 1980er Jahre für seinen mit Trisomie 21 geborenen Sohn. Dieser liebte Musik, war aber nicht in der Lage, selber ein Instrument zu spielen. So entwickelte der Vater ein Instrument mit eigener, vereinfachter Notenschrift – einfach in der Handhabung und schnell zu erlernen.

Dank der Bürgerstiftung Wiehler Kulturgüter haben nun auch die Bewohner „Am Konradsberg“ die Möglichkeit, selber ein Instrument zu spielen. Sie förderte die Anschaffung einer Veeh-Harfe inklusive Zubehör und Unterricht zu 100 Prozent. Nun besuchten Angelika Stückemann, Geschäftsführerin der Stiftung, und Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Stiftung das Haus, um sich selbst ein Bild vom Einsatz des Instruments zu machen. Die Stiftung unterstützt Projekte aus den Bereichen Kultur- und Denkmalpflege sowie Heimatpflege und Heimatkunde. Und zur Kulturpflege gehört natürlich die Förderung von Musik. „Dieses Projekt ist bei uns auf offene Türen gestoßen, da es Menschen die Möglichkeit gibt, selber zu musizieren“, erklärte Angelika Stückemann. Für die schnelle und unkomplizierte Förderung der Stiftung dankten neben Geschäftsführer Jens Kämper auch Andreas Lamsfuß, Gesamtleiter des HBW, und Petra Kaufmann, Bereichsleitung des „Hauses Am Konradsberg“.

Sie schloss in ihren Dank auch ausdrücklich ihre Kolleginnen Kristin Soest und Laura Isenhardt mit ein. Sie werden von der Wiehler Veeh-Harfen-Dozentin Silvia Lenzing darin geschult, das Instrument zu stimmen und die Bewohner im Spiel mit der Harfe anzuleiten. „Man kann die tollsten Sachen anschaffen, wenn es keine Menschen gibt, die das Projekt durchführen“, dankte Petra Kaufmann den beiden HBW-Mitarbeiterinnen. Auch diesen Unterricht finanziert die Stiftung. Anlässlich des Besuchs der Stiftungs-Vertreter stellte aber zunächst einmal Dozentin Silvia Lenzing das Instrument vor und lud dazu ein, es auszuprobieren. Das ließ sich Bürgermeister Stücker nicht zweimal sagen und versuchte sich an der Harfe – und dies auf Anhieb mit Erfolg. Und sobald aus den ersten Tönen eine Melodie erkennbar wurde, sangen wieder alle mit. „Es ist schön zu sehen, für welche Freude wir hier sorgen können“, zeigte sich Stücker von dem Projekt überzeugt.

Projektchor in Wiehl schafft Inklusion im Sinne Martin Luther Kings

 

„Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht an der Farbe ihrer Haut, sondern am Wesen ihres Charakters beurteilt werden“, sagte Martin Luther King in seiner historischen Rede am 28. August 1963. Um diesen Traum von einer Welt ohne Ausgrenzung, sozialer Ungerechtigkeit und Gleichheit geht es im neuen Chormusical der Stiftung „Creative Kirche“ aus Witten. Zur Umsetzung des musikalischen Großprojekts „Martin Luther King: Ein Traum verändert die Welt“ hat sich die Creative Kirche etwas Besonderes einfallen lassen: Lediglich die Hauptdarsteller des Musicals sind professionelle Sänger. Den Großchor bilden ausschließlich Laiensänger. Zur Umsetzung des Projektes suchte die Creative Kirchen also Sängerinnen und Sängern bzw. ganze Chöre, die das Musical gemeinsam auf die Bühne bringen wollen. So wird das Projekt zu einem Mitmach-Musical, durch die Teilnahme lassen sich Werte wie Inklusion, Teilhabe und Gemeinschaft (er-) leben.

 

Diese Werte teilt die HBW Haus für Menschen mit Behinderung Wiehl GmbH und hat einen Projektchor gegründet, der sich dem Großchor bei der Musicalaufführung am 4. April in Wetzlar anschließen wird. Dabei unterscheidet sich dieser Chor vom Großteil der deutschlandweit gegründeten Projektchöre in einem Punkt immens: Es ist ein inklusiver Chor, somit ist er ganz im Sinne Martin Luther Kings initiiert. Mehr als 50 Menschen mit und ohne Behinderung aus den unterschiedlichsten Regionen des oberbergischen Kreises haben sich zu dem Projektchor angemeldet und proben bereits fleißig für die Musicalaufführung. Gemeinsam mit 1.200 anderen Sängern wird der oberbergische, vom HBW initiierte Projektchor am 4. April das Musical in Wetzlar aufführen. Möglich machte dies auch die Aktion Mensch, die den Projektchor mit einer Förderung unterstützt.

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