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Viel-Falter-Reisen: vielfältige Urlaubserlebnisse für vielfältige Ansprüche

Wiehl – Ab sofort ist der Reisekatalog „Viel-Falter-Reisen 2020“ erhältlich – Das touristische Angebot des „Vereins zur Förderung und Betreuung behinderter Kinder Oberbergischer Kreis“ bietet inklusive Reisen für Menschen mit Handicap und Menschen ohne Handicap.

Jeder Mensch sollte in den Urlaub fahren können – dieser einfache Grundsatz steht hinter dem touristischen Angebot „Viel-Falter-Reisen“ des Vereins zur Förderung und Betreuung behinderter Kinder Oberbergischer Kreis. Die angebotenen Reisen eignen sich deshalb insbesondere für Menschen mit Handicap, denn für sie hält das Reisen schon vor Ferienbeginn einige besondere Herausforderungen bereit: Wer hilft beim Kofferpacken und -tragen? Wie organisiere ich die Anfahrt? Ist das Badezimmer barrierefrei? Wer hilft mir bei den alltäglichen Anforderungen im Urlaub? Dafür, dass diese Ungewissheiten nicht zu Hindernissen werden, sorgt das inklusive Ferienangebot „Viel-Falter-Reisen“.

Die angebotenen Reisen finden in kleinen Gruppen statt, wodurch eine intensive Betreuung gewährleistet werden kann. Bei den mitfahrenden Betreuern handelt es sich zumeist um erfahrene Mitarbeiter der BWO Behinderten Werkstätte Oberberg GmbH. Die Urlaubsziele und Unterkünfte wurden von Melanie Frackenpohl, Leiterin des Familienunterstützenden Dienstes des Vereins, eigens für das inklusive Angebot ausgesucht. Auch um den Transfer müssen sich die Reisenden keine Gedanken machen, da er durch Viel-Falter-Reisen organisiert und durchgeführt wird.

Der Katalog für 2020 ist ab sofort erhältlich und beinhaltet unter anderem Reisen nach Renesse in den Niederlanden und auf die kanarische Insel Teneriffa. „Ich berate gerne zu einem geeigneten Urlaubsziel und kläre in einem persönlichen Gespräch über Möglichkeiten der Kostenerstattung auf“, so Frackenpohl. Die angebotenen Reisen finden zwischen März und Oktober 2020 statt und richten sich an erwachsene Menschen mit, und ohne Handicap. Auch dank der Förderung durch die Aktion Mensch soll das touristische Angebot, welches sich zunehmender Beliebtheit erfreut, weiter ausgebaut werden. Geplant sind unter anderem Reisen für Kinder und Jugendliche sowie für Senioren. Der Katalog für 2020 kann bei Melanie Frackenpohl angefordert werden, Tel.: 02261/6069645 oder E-Mail: mfrackenpohl@verein-wiehl.de.

Berlin, du bist so wunderbar, Berlin ...

30 Jahre Mauerfall – ein Grund mehr noch einmal nach Berlin zu fahren. Fünf Tage waren wir, eine „Männertruppe“ des HBW, in der Bundeshauptstadt unterwegs. Wir hatten viel Kultur, Spaß und natürlich leckere Berliner Currywurst.

„Waldarbeiter“ mit einem PS beeindruckte die Zuschauer

"Das soll mir jetzt mal jemand mit einem Trecker nachmachen!“, sagt Frank Brinkmann von den Kaltblutfreunden Westerwald – Team Brinkmann und recht hatte er. Das fanden auch die Zuschauer und klatschten begeistert. Gemeinsam mit seinem Team und dem Rheinisch-Deutschen Kaltblut Meta besuchte Brinkmann heute das „Haus Am Konradsberg“ der HBW Haus für Menschen mit Behinderung Wiehl GmbH. Hier zeigte der rheinland-pfälzische Meister im Holzrücken mit dem Pferd, was Stute Meta alles kann. Und weil das wirklich sehenswert ist, luden die Bewohner des Hauses Am Konradsberg auch andere Besucher zu dieser beeindruckenden Vorführung ein. Rund 100 Zuschauer, darunter Bewohner der anderen HBW-Häuser, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, Schüler der Helen-Keller-Schule und Angehörige der OASe Wiehl, erlebten so den 2. Holzrücke-Tag am Haus Am Konradsberg mit.


Dieser fand während der diesjährigen Forstwoche des Hauses statt, in deren Rahmen die „Rollende Waldschule“ der Kreisjägerschaft Oberberg ebenfalls am gestrigen Donnerstag zu Gast war. Anhand von Tierpräparaten wurde dabei allerlei Wissenswertes über die Bewohner des Waldes vermittelt. Heute stand dann das Arbeiten im Wald thematisch im Mittelpunkt und das dies auch bodenschonend, ganz ohne Abgase und schwere Motoren möglich ist, zeigte Brinkmann mit seinem Team. Stute Meta punktete dabei nicht nur durch ihren Arbeitseifer, sondern auch durch ihre Ruhe und Geduld. So war nicht nur zuschauen erlaubt, sondern auch streicheln und anfassen. Dasselbe galt für die beiden Minishetlandponys Zeus und Mike, die die Tochter einer Mitarbeiterin des Hauses mitgebracht hatte. Auch sie wurden ausgiebig gestreichelt und fotografiert.


Für den Holzrücke-Tag hatten sich die Pferde- und Ponybesitzer extra einen Tag Urlaub genommen. Für dieses ehrenamtliche Engagement bedankte sich Petra Kaufmann, Bereichsleiterin des Hauses Am Konradsberg, herzlich. Auch für das Team der Tagbetreuung des Hauses, welches die Veranstaltung organisiert hatte, gab es einen besonderen Applaus, bevor der Tag bei Spießbraten aus dem hauseigenen Backes gemütlich ausklang.

Wenn aus einer Idee Tanz wird

Die Musik setzt ein und da ist nur noch Freude. So beschreibt Tanzpädagogin Hiltrud Grübling das Tanzensemble ARTsider, in dem Handicaps ebenso wenig eine Rolle spielen wie perfekt ausgeführte Schritte oder eine möglichst perfekte Körperbeherrschung. Vielmehr geht es darum, sich selbst in der Bewegung zu entdecken. „Ihr seid Palmen, die sich sachte in einer Meeresbrise wiegen“, lautet beispielsweise so eine Bewegungsaufgabe. Und sobald die passende Musik erschallt, setzen die Tänzer die Aufgabe um. Jeder, so wie er kann, aber immer mit viel Freude und Begeisterung.

Seit Januar 2019 trifft sich das Ensemble jeden Mittwochabend im Begegnungszentrum Gähnfeld in Wiehl-Oberbantenberg. Grübling, die in Brüchermühle das Tanzstudio „euMotions“ leitet, gründete die Gruppe in Kooperation mit der HBW Haus für Menschen mit Behinderung GmbH. Seit 2011 arbeitet sie mit dem Wohnanbieter der Eingliederungshilfe für erwachsene Menschen mit Behinderung zusammen und bietet Tanzkurse für Menschen mit einer geistigen Behinderung an. Die ARTsider sind das erste inklusive Angebot innerhalb dieser Kooperation und somit nicht nur offen für die Klienten des HBW, sondern für alle Interessierten. „Wir sind ein fähigkeitsgemischtes und generationenübergreifendes Tanzprojekt, in dem man aufeinander Rücksicht nimmt und sich gegenseitig inspiriert“, beschreibt Grübling die Gruppe.

Die Tanzpädagogin erzählt Geschichten, lässt Bilder in den Köpfen entstehen und so kommen die Bewegungen oft wie von selbst. Sich mit dem Körper ausdrücken und unbefangen Lust an Bewegung zu genießen, steht dabei im Mittelpunkt. Erst in zweiter Linie geht es um das Einstudieren von Bewegungsformationen. „Nichtsdestotrotz hat das Ensemble in der Zeit seines Bestehens eine enorme Entwicklung durchgemacht. Die Teilnehmer mit und ohne Handicap bereichern sich gegenseitig, sind einander Vorbild und geben sich gegenseitig Impulse“, ist sie überzeugt. Immer wieder wird das so Erlernte auch auf der Bühne präsentiert, zum Beispiel im Rahmenprogramm der „Oberbergischen Ausfahrt“ im Juli, einer Gespannfahrt für Menschen mit Behinderung.

Das derzeit 14-köpfige Ensemble freut sich über Verstärkung. Bei den ARTsidern richtig sind die Menschen, die kein schweißtreibendes Tanztraining suchen, bei dem feste Schrittfolgen einstudiert werden, sondern die Interesse an Körpererfahrung und Lust an Interaktion und Kommunikation mitbringen. Wie fit oder beweglich jemand ist, spielt bei den ARTsidern keine Rolle. Somit eignet sich die Teilnahme auch für Senioren. Interessierte erhalten mehr Informationen bei Hiltrud Grübling unter Tel.: 02296/900 33 76 oder kommen zu einer Schnupperstunde ins Begegnungszentrum Gähnfeld (im Gähnfeld 4, Wiehl). Trainiert wird mittwochs von 18 bis 19 Uhr. Das Projekt wird durch die Wiehler Sozialstiftung und die Aktion Mensch gefördert.

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